Newsletter Energie&Sparen - Ausgabe Februar 2010
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Neun Mythen zum Thema Energie und Sparen
Sind Wäschetrockner wirklich Energieschleudern? Ist Abspülen per Hand wirklich effizienter? Die richtige Entscheidung in Sachen Ökologie im Alltag zu treffen ist manchmal schwierig. Besonders beim Thema Energiesparen ist die Faktenlage oft mehr als verworren. In der Faschingsausgabe von Energie&Sparen hat Erdgas Südbayern daher neun bunte Energiemythen unter die Lupe genommen.
Mythos 1: Menschen produzieren mehr CO2 als die Natur
Auf den ersten Blick erscheint der vom Menschen verursachte Kohlendioxidausstoß kleiner als der „natürliche“: Während wir durch das Verbrennen fossiler Stoffe jährlich mehr als 25 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre freisetzen, kommt die gesamte Biosphäre durch Atmung, Gärung und Verwesung umgerechnet auf mehr als 550 Milliarden Tonnen CO2. Der feine Unterschied dabei ist: Das CO2, das in der Natur entsteht, wird auf natürliche Weise wieder gebunden und in Holz, im Meer oder im Erdboden gespeichert. Fazit: Menschen produzieren zwar nicht mehr CO2 als die Natur, aber sein Anteil bringt die eigentlich ausgeglichene Kohlenstoff-Bilanz der Atmosphäre durcheinander.
Mythos 2: Abwasch per Hand ist günstiger als die Spülmaschine
Abwaschen zählt wohl für kaum einen Menschen zur Lieblingsbeschäftigung. Ein guter Grund, die Maschine spülen zu lassen ist neben der Bequemlichkeit auch die Umwelt- und Kostenseite: Wer Geschirr per Hand spült, verbraucht auf jeden Fall mehr Wasser. Bei drei Personen im Haushalt muss in der Regel 2-mal täglich mit rund 30 Litern Wasser abgewaschen werden - eine moderne Spülmaschine braucht für die gleiche Menge Geschirr gerade 10 Liter. Die Ersparnis liegt, auf das Jahr gerechnet, bei über 18.000 Litern. Fazit: Geschirrspülmaschinen sind nicht nur komfortabler, sie sparen durch den geringeren Energie- und Wasserverbrauch auch Geld. Bis zu 140 Euro pro Jahr sind möglich!
Mythos 3: Wäschetrockner sind Energiefresser
Wäschetrockner sind besser als ihr Ruf. Denn gerade bei der Trocknertechnik hat sich viel getan. Im Vergleich zu alten Geräten sparen Kondenstrockner mit integrierter Wärmepumpentechnik (Energielabel A++) bis zu 50 Prozent Energie im Jahr. Bei 12 Jahren Lebensdauer und dreimaliger Wochennutzung entstehen so rund 670 Euro geringere Kosten in diesem Zeitraum. Ähnlich effizient geht es mit Erdgas betriebenen Trocknern, da Erdgas als Primärenergie eine besonders gute Energiebilanz aufweist. Fazit: Am besten ist natürlich immer noch die Wäscheleine im Garten – ansonsten lohnt es sich, den Energieverbrauch des eigenen Trockners genauer unter die Lupe zu nehmen.
Mythos 4: Papier ist immer ökologischer als Plastik
Auch wenn es unwahrscheinlich klingt: Plastiktüten haben die bessere Ökobilanz als ihr Papierpendant. Entscheidend ist nämlich die Häufigkeit der Verwendung. Ökologisch am besten schneiden im Vergleich mehrfach verwendete Plastiktüten ab, am schlechtesten nur einmal gebrauchte Papiertüten. Fazit: Eine typische Supermarkttasche erzeugt mit 92 Gramm Kohlendioxid bei der Herstellung ebensoviel CO2 wie eine Papiertüte, wird im Schnitt öfter genutzt, und besitzt dadurch eine bessere Ökobilanz.
Mythos 5: Herd ist gleich Herd
Selber Kochen macht Spaß. Die wenigsten denken dabei an den Energieverbrauch. Ist also Herd gleich Herd? Mitnichten, denn Glaskeramikfelder oder Induktionsfelder sehen nicht nur edler aus als alte Gussplatten, sie sparen auch 10 bis 20 Prozent Energie. Kochprofis schwören jedoch auf die direkte Flamme aus dem Erdgasmodell. Fazit: Kochen können sie alle. Moderne Herdsysteme liegen jedoch energetisch weit vorne.
Brutzeln wie die Profis: 50 Prozent weniger Energieverbrauch, schnelle Hitze und unverwüstliche Technik sind nur einige Vorteile eines Erdgasherdes.
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Mythos 6: Elektro-Wärmepumpen sparen immer
Viele Bauherren wollen ihr Haus zukunftsorientiert und umweltschonend beheizen. Konventionelle Elektro-Wärmepumpen sind häufig erste Wahl. Doch nicht immer lohnt es sich, im Keller eine Wärmepumpe aufzustellen. Denn große Mengen an Heizenergie – wie sie beispielsweise für einen ungedämmten Altbau nötig sind – lassen sich mit dieser Methode nicht wirtschaftlich produzieren. Darüber hinaus sollten Verbraucher auch die Herkunft des Wärmepumpenstroms beachten. Wird dieser in konventionellen Kraftwerken erzeugt – was bis heute die Regel ist – liegt die CO2-Bilanz bei rund 600 Gramm pro Kilowattstunde (Zum Vergleich: Erdgas 200 Gramm/ kWh). Fazit: Sehr gut geplante Elektro-Wärmepumpen können im gedämmten Neubau Energie sparen. In vielen Bereichen eignen sich andere Systeme jedoch besser zum ökologischen Heizen, etwa Mini- oder Mikro-BHKW.
Mythos 7: Grüne Informationstechnologie
Wenn schon kein Wochenendtrip im Flieger, dann wenigsten umweltfreundlich im Internet zum Traumstrand surfen? Nicht ganz, denn weltweit sorgen etwa 14 Kraftwerke der 1.000-Megawatt-Klasse ausschließlich dafür, verschiedene Rechnerfarmen mit Strom zu versorgen.
Allein in Deutschland lag der Verbrauch 2008 bei gigantischen 10,1 Terawattstunden. Das entspricht der Leistung vier mittelgroßer Kohlekraftwerke. Fazit: Sparen ist im Alltag nicht immer möglich. Verbraucher können beim Kauf von IT-Technik jedoch auf besonders energieeffiziente Komponenten (z.B. Energy-Star-Label) achten.
Grüner rechnen: Beim Kauf bereits auf effiziente Komponenten achten. Moderne Notebooks haben im Betrieb eine Leistungsaufnahme von unter 30 Watt – ineffiziente PCs oft 200 Watt.
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Mythos 8: Kühlschränke bringen keine Rendite
Ob Heizung, Waschmaschine, Wäschetrockner oder Kühlschrank: Bei vielen Geräten sind die Betriebskosten während ihrer Lebensdauer deutlich höher als ihr Kaufpreis. Effiziente aber teurere Geräte sparen deshalb im Laufe der Jahre wesentlich mehr Kosten ein, als weniger effizientere aber günstigere. Verbraucher sollten sich daher von vermeintlichen Schnäppchen nicht täuschen lassen. Bei Waschmaschinen verursacht ein um 20 Liter höherer Wasserverbrauch bei 3 Wäschen pro Woche über 230 Euro an Mehrkosten in 15 Jahren. Bei Kühl- und Gefriergeräten bedeuten 100 Kilowattstunden jährlicher Mehrverbrauch über 220 Euro zusätzliche Stromkosten im gleichen Zeitraum. Und der sparsamste Kühlschrank spart gegenüber dem Energieschleuder-Modell insgesamt rund 400 Euro an Stromkosten. Fazit: Ein höherer Preis beim Kauf ist meist eine renditestarke Investition.
Mythos 9: Stand-By-Betrieb ist fast ganz „Aus“
Stand-By-Betrieb bei Fernseher, DVD-Player, Drucker oder Stereoanlage kostet fast nichts? Doch! In Deutschland sind dafür alleine zwei Großkraftwerke dafür rund um die Uhr in Betrieb. Die Rechnung zahlen die Verbraucher: Der Elektro-Leerlauf kostet einen Durchschnittshaushalt leicht 75 bis 150 Euro im Jahr. Fazit: Bye Bye zum Stand-By. Abschalten der Geräte oder der Einsatz einer Steckerleiste mit Schalter rechnet sich immer.
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Umweltbundesamt-Studie: Klimaschutz ist Beschäftigungsmotor
Energieeffizienz und Emissionsminderungen stärken langfristig den Wirtschaftsstandort Deutschland und führen zu mehr Beschäftigung. Dies hat jetzt eine neue Studie des Umweltbundesamtes (UBA) ergeben. Untersucht wurden die gesamtwirtschaftliche Wirkung von Energieeffizienzmaßnahmen in Gebäuden, Verkehr und Unternehmen. Das trifft insbesondere auf den Gebäudebereich zu. Hier könnten durch die schnelle und konsequente Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen schon bis 2012 fast 100.000 neue Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen werden. Bis 2020 sind laut UBA sogar über 350.000 neue Jobs möglich.
Zehn Jahre: Happy Birthday EEG
Eines der erfolgreichsten Gesetze in Deutschland wird am 25.2.2010 zehn Jahre alt: das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). In nur einer Dekade hat es den Einsatz und Ausbau von erneuerbaren Energien besonders gefördert. Der Erfolg zeigt sich an Zahlen, die der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) jetzt für das Jahr 2009 veröffentlicht hat. Während der Stromverbrauch in Deutschland im vergangenen Jahr um etwa fünf Prozent zurückging, stieg die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien weiter an. Erneuerbare Energien decken mit 93,0 (2008: 92,7) Milliarden Kilowattstunden inzwischen 16,0 (15,1) Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Damit wurde das für 2010 anvisierte Ziel von 12,5 Prozent bereits übertroffen. Einer der Hauptgründe für die positive Entwicklung ist das EEG. Erdgas Südbayern wünscht „Happy Birthday“.
ESB-INFO: Die Erdgas Südbayern GmbH ist einer der ersten Energiedienstleister, der sich komplett klimaneutral gestellt hat und CO2-neutrales Erdgas anbietet. Über 300 Mitarbeiter betreuen in Ober- und Niederbayern mehr als 200.000 Haushalte, 250 Kommunen, zahlreiche Industriebetriebe und 21 kommunale Stadtwerke. Dafür stehen insgesamt 8.300 Kilometer Leitungsnetz zur Verfügung. Neben der klassischen Erdgasversorgung bietet ESB effiziente Contractinglösungen - auch mit regenerativen Energien. Darüber hinaus fördert das Unternehmen die Entwicklung umweltschonender Techniken.
Ihre Ansprechpartnerin

Mareike Lehnhardt
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