Pro und Contra: Gas- oder Stromwärmepumpe?

Wasser, Luft und Erde heißen die Quellen, aus denen Wärmepumpen einen Teil ihrer Energie gewinnen. Nur mit „Naturenergie“ kommen jedoch auch Wärmepumpen nicht aus. Eine Stromwärmepumpe benötigt zum Beispiel elektrische Energie für die Pumpen und Heizelemente, eine Gaswärmepumpe Erdgas oder Biogas.

Umweltnutzen:

Der Haken bei der Stromwärmepumpe ist der Strom. Genauer gesagt dessen Herkunft. Denn Strom ist eine „Edelenergie“, die wegen der hohen Produktionsverluste eigentlich nicht zu Heizzwecken verwendet werden sollte. Selbst moderne Kraftwerke können nur rund die Hälfte der eingesetzten Primärenergie (Kohle, Erdgas, Uran) in Strom verwandeln. Zwei Drittel verpuffen ungenutzt und wärmen das zu Kühlzwecken eingesetzte Flusswasser. Die Folge: Trotz eigentlich hoher Wirkungsgrade (hier: JAZ-Wert) der Stromwärmepumpe kann kaum ein Elektro-Modell diese Erzeugungsverluste ausgleichen. Selbst ein kostengünstiges Erdgas-Brennwertgerät, das mit einer Solaranlage zur Brauchwarmwasserbereitung kombiniert ist, besitzt dadurch eine bessere Ökobilanz als die oft gelobte Stromwärmepumpe.

Wirtschaftlichkeit:

Die Stromwärmepumpe ist wirtschaftlich schlecht aufgestellt, da ein vergleichsweise teurer Energieträger, nämlich Strom, zum Einsatz kommt. Um überhaupt wettbewerbsfähig zu bleiben, sind die Stromdurchleitungsentgelte für die Wärmepumpe um bis zu 50 % reduziert. Erst mit massiver Subventionierung wird eine Stromwärmepumpe marktfähig! Ob dies so auf Dauer bleibt, ist zu bezweifeln. Denn das politische Klima ändert mit Gesetzen wie den EEG und dem EEWämeG auch die Einstellung zum Klimaschutz. Fällt die Subventionierung des Wärmepumpenstroms weg, ist diese Technik nicht mehr wirtschaftlich zu betrieben.

Alternativen:

Die Kraftwerks-Problematik gibt es mit einer Gaswärmepumpe nicht. Das Erdgas wird ohne Leitungs- oder Umwandlungsverluste direkt an das Gerät geliefert und erzeugt dort die gewünschte Energie: Wärme und Kälte. Zudem ist Erdgas und dessen Transport nicht subventioniert – und im Vergleich zu Strom trotzdem günstiger. Neben den ökologischen Vorteilen bietet eine Gaswärmepumpe somit auch eine sichere wirtschaftliche Alternative. In immer mehr Hotels, Supermärkten oder Bürogebäuden ist diese Technik im Einsatz.

Praxisbeispiele