Von H2Direkt zu H2Dahoam: Mit 100% Wasserstoff direkt zum Kunden

Wasserstoff ist ein Schlüsselfaktor für die Energieversorgung der Zukunft. Hier setzte H2Direkt an: Energie Südbayern (ESB), Energienetze Bayern und Thüga stellten in dem innovativen Forschungsprojekt einen bestehenden Netzabschnitt in Hohenwart auf 100 Prozent Wasserstoff um.

Seit 2026 führen Energie Südbayern und Energienetze Bayern das Projekt unter dem Namen H2Dahoam im Regelbetrieb fort. Damit wurden gleich mehrere Premieren Wirklichkeit: In Hohenwart konnten die deutschlandweit ersten Wasserstoff-Lieferverträge mit Privatkundinnen und Privatkunden abgeschlossen werden. Zudem ist Deutschlands erstes Wasserstoffnetz mit CE-zertifizierten Wasserstoff-Brennwertgeräten in den regulären Betrieb übergegangen.

Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie bestehende Gasnetze sicher und zuverlässig mit reinem Wasserstoff betrieben werden können.

H2Direkt wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und war als Cluster im TransHyDE-Projekt „Sichere Infrastruktur“ Teil der Wasserstoff-Leitprojekte des BMFTR. 

2026 wurde das Projekt mit dem Bayerischen Energiepreis in der Kategorie „Energieforschung“ ausgezeichnet.

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H2Dahoam

// Beitrag 14 // 28. Juli 2026: Christian Moser, MdB, informiert sich über H2Dahoam

Vor-Ort-Besuch beim Vorreiterprojekt der Wasserstoffversorgung in Hohenwart

Wie bestehende Gasnetze für die Wärmeversorgung mit Wasserstoff genutzt werden können, zeigt sich derzeit eindrucksvoll in Hohenwart. Mit H2Dahoam sammeln Energie Südbayern und Energienetze Bayern wichtige Praxiserfahrungen und setzen neue Maßstäbe für die Energieversorgung der Zukunft. Davon überzeugte sich auch der Bundestagsabgeordnete Christian Moser (CSU) am 22. Juli bei einem Besuch vor Ort.

Austausch zur zukunftsfähigen Wärmeversorgung

Als Bundestagsabgeordneter für die Landkreise Freising und Pfaffenhofen sowie das Schrobenhausener Land informierte sich Moser bei einem Termin in Hohenwart über das Projekt, das bundesweit zu den Vorreitern der Wasserstoffnutzung in der Wärmeversorgung zählt.

Der Besuch fand im Rahmen der DVGW-Initiative NahDabei: Politik trifft Praxis statt, die politische Entscheidungsträger mit innovativen Projekten der Energiebranche zusammenbringt. Als anerkannter Regelsetzer entwickelt der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. die technischen Standards für eine sichere und zukunftsfähige Energie- und Wasserversorgung und treibt mit eigenen Forschungsaktivitäten die Transformation hin zu klimafreundlichen Energieträgern wie Wasserstoff voran.

Neben der Besichtigung der technischen Anlagen konnte der Abgeordnete auch die wasserstoffbetriebene Heizungsanlage eines angeschlossenen Gewerbebetriebs besichtigen und sich davon überzeugen, wie Wasserstoff bereits heute zuverlässig für die Wärmeversorgung eingesetzt wird.

Vom Pilotprojekt in den Regelbetrieb

Was als Forschungsprojekt H2Direkt begann, ist inzwischen in den regulären Betrieb übergegangen. Unter dem Namen H2Dahoam führen Energie Südbayern und Energienetze Bayern das Projekt weiter. Zum Einsatz kommen CE-zertifizierte Wasserstoffthermen der Firma Vaillant. Besonders bemerkenswert: Mit H2Dahoam wurden die ersten Wasserstoff-Lieferverträge für Privatkunden in Deutschland abgeschlossen. Für seinen innovativen Ansatz wurde das Vorgängerprojekt H2Direkt im Juli 2026 mit dem Bayerischen Energiepreis in der Kategorie „Energieforschung“ ausgezeichnet.

„Für die Wärmeversorgung der Zukunft brauchen wir technologieoffene Lösungen und verschiedene Alternativen, die den Menschen und den unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten gerecht werden. Gas wird auch künftig insbesondere für viele industrielle Anwendungen ein wichtiger Energieträger bleiben. Gleichzeitig zeigt Hohenwart beispielhaft, welches Potenzial Wasserstoff bietet – nicht nur für Unternehmen, sondern auch für nahegelegene Privathaushalte. Solche Projekte liefern wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung einer sicheren, bezahlbaren und zukunftsfähigen Energieversorgung“, sagte der Bundestagsabgeordnete Christian Moser im Rahmen seines Besuchs.

Nächste Ausbaustufe bereits in Planung

Ab 2027 soll der in Hohenwart benötigte Wasserstoff direkt vor Ort erzeugt werden. Geplant sind ein Elektrolyseur, ein Wasserstoffspeicher sowie eine Photovoltaik-Freiflächenanlage. Ziel ist der Aufbau einer regionalen Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff. Auch die kommunale Wärmeplanung weist bereits potenzielle Wasserstoffversorgungsgebiete aus. Mit dem künftigen Anschluss an das deutsche Wasserstoff-Kernnetz sind die Voraussetzungen geschaffen, um das erfolgreiche Vorreiterprojekt weiter auszubauen und als Modell für andere Regionen zu nutzen.

Besichtigung der wasserstoffbetriebenen Heizungsanlage: v.l. Mathias Stierstorfer (Leiter Region Nord, Energienetze Bayern), Paula Wagner (Gesamtleitung, Regens Wagner Hohenwart), Christian Moser MdB (CSU) und Sarah Schönberger (Wissenschaftskommunikation, DVGW). © Büro Christian Moser, MdB

 

// Beitrag 13 // 9. Juli 2026: Bayerischer Energiepreis 2026 für Wasserstoffprojekt H2Direkt

Das Wasserstoffprojekt H2Direkt wurde mit dem Bayerischen Energiepreis 2026 in der Kategorie „Energieforschung“ ausgezeichnet. Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger überreichte die Auszeichnung am 8. Juli im Rahmen der feierlichen Preisverleihung in München.

H2Direkt startete 2023 als Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Leitprojekts TransHyDE. Dabei wurde im oberbayerischen Hohenwart erstmals ein bestehendes Erdgasnetz auf den Betrieb mit 100 Prozent Wasserstoff umgestellt. Seither versorgt das Netz zehn Haushalte und einen Gewerbekunden zuverlässig. Die Projektergebnisse leisten einen wichtigen Beitrag für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft und die Weiterentwicklung bestehender Gasinfrastrukturen.

„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung des Bayerischen Energiepreises für unser gemeinsames Wasserstoffprojekt in Hohenwart mit Energie Südbayern und Energienetze Bayern. Das Projekt hat eindrucksvoll gezeigt, dass Wasserstoff im Wärmemarkt funktioniert. Seit mehr als zwei Jahren werden die angeschlossenen Wohnhäuser und Gewerbebetriebe zuverlässig mit Wasserstoff versorgt. Damit ist der Schritt vom Versuch in die Realität gelungen – und es steht eine weitere praxiserprobte Option für die Dekarbonisierung des Wärmemarkts zur Verfügung. Mein besonderer Dank gilt allen Projektbeteiligten sowie der Politik für die Unterstützung und Förderung dieses zukunftsweisenden Vorhabens“, so Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorsitzender des Vorstandes der Thüga AG.

Die Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung von H2Direkt als wegweisendes Forschungs- und Demonstrationsprojekt. Die Erfahrungen aus Hohenwart zeigen, dass bestehende Gasverteilnetze eine wichtige Rolle für die Transformation der Energieversorgung übernehmen können.

Vom Forschungsprojekt in die Praxis

Mit dem Ende der Förderphase wurde aus dem Forschungsprojekt gelebte Praxis. Energie Südbayern und Energienetze Bayern führen das Projekt unter dem Namen H2Dahoam im Regelbetrieb weiter. Dabei kommen CE-zertifizierte Wasserstoffthermen der Firma Vaillant zum Einsatz und es wurden die deutschlandweit ersten Wasserstoff-Lieferverträge für Privatkunden abgeschlossen. Perspektivisch soll der in Hohenwart benötigte Wasserstoff ab 2027 direkt vor Ort erzeugt werden. Geplant sind ein Elektrolyseur, ein Wasserstoffspeicher sowie eine Photovoltaik-Freiflächenanlage. Ziel ist der Aufbau einer regionalen Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff.

vl: Niklas Zigelli (Thüga), Dr. Urs Wehmhörner (ESB), Dr. Stephan Nagl, Dr. Constantin H. Alsheimer, Dr. Matthias Cord, Béatrice Angleys (alle Thüga), Michael Schneider (ENB), Dr. Christoph Ullmer (Thüga) © Thüga

 

// Beitrag 12 // 16. Juni 2026: Kunden entscheiden sich dauerhaft für Heizen mit Wasserstoff 

Deutschlands erstes Wasserstoffnetz mit CE-zertifizierten Wasserstoffthermen im Regelbetrieb

Energie Südbayern (ESB) und Energienetze Bayern setzen im oberbayerischen Hohenwart bundesweit neue Maßstäbe für die Wärmeversorgung der Zukunft: Das Pilotprojekt H2Direkt geht in den Regelbetrieb über. Mit den deutschlandweit ersten Wasserstoff-Lieferverträgen für Privatkunden unterstreicht die ESB ihre Vorreiterrolle beim Umbau bestehender Erdgasnetze hin zu einer klimaneutralen Infrastruktur und damit zur Entwicklung einer regionalen Wasserstoffwirtschaft.

Bereits 2023 startete „H2Direkt“ als Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Leitprojekts TransHyDE, an welchem neben den beiden genannten Unternehmen auch die Thüga AG beteiligt war. Erstmals wurde ein bestehendes Erdgasnetz mit geringem technischem Aufwand auf 100 Prozent Wasserstoff umgestellt. Seither versorgt das Netz zehn Haushalte und einen Gewerbekunden zuverlässig. Dabei liefen die vom Projektpartner Vaillant bereitgestellten Wasserstoffthermen während der rund zweieinhalbjährigen Pilotphase stabil und sicher – auch in den kältesten Wintermonaten.

Damit ist klar: Bestehende Gasinfrastruktur kann Wasserstoff. Hohenwart zeigt, wie die sichere und praxisnahe Transformation bestehender Gasinfrastruktur hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung konkret aussehen kann.


Vom Pilotprojekt zum Leuchtturm der Gas- und Wasserstoffwirtschaft – der bundesweit erste Wasserstoff-Liefervertrag für Privatkunden
Mit Ende des Förderzeitraums 2025 wurde aus dem Pilotprojekt gelebtes Tagesgeschäft. Die ESB-Unternehmensgruppe führt das Projekt unter dem Namen „H2Dahoam“ weiter. Ausschlaggebend waren neben den positiven technischen Erkenntnissen und dem guten Feedback der beteiligten Installateursbetriebe auch die hohe Zustimmung der teilnehmenden Kunden sowie die breite Unterstützung aus der Kommunalpolitik – ein starkes Signal für die Skalierbarkeit des Modells. „Vor allem die hohe Zufriedenheit sowie der klare Wunsch der angeschlossenen Haushalte, das Projekt fortzusetzen, haben uns in unserer Entscheidung bestärkt“, sagt Marcus Böske, Sprecher der ESB-Geschäftsführung. „Das positive Feedback unserer Kundinnen und Kunden ist sicher auch auf das sehr komfortable Heizen mit Wasserstoff im Alltag zurückzuführen.“

Es wurden mit neun Haushalten und dem Gewerbekunden aus der Förderphase Wasserstoff-Lieferverträge geschlossen – eine bundesweite Premiere. Auch von der Herstellerseite gibt es Rückenwind: Vaillant hat die in der Pilotphase eingesetzten Feldtestgeräte durch Serien-Brennwertgeräte des Typs ecoTEC plus VC ersetzt. Mit speziellen Umrüstkits von Vaillant können diese mit 100 Prozent Wasserstoff betrieben werden.


Nächste Ausbaustufe in 2027: Grüner Wasserstoff regional erzeugt
Noch wird der benötigte Wasserstoff per Lkw-Trailer angeliefert. „Wir wollen in Hohenwart Sommersonne in Winterwärme verwandeln. Das gelingt nur mit speicherfähigen und klimaneutralen Gasen wie Wasserstoff.“ führt Marcus Böske das Ziel weiter aus. Ab 2027 soll der Wasserstoff in Hohenwart direkt vor Ort erzeugt werden. Geplant sind ein Elektrolyseur, ein Wasserstoffspeicher sowie in einem zweiten Schritt eine PV-Freiflächenanlage.

Perspektivisch soll das kleine Netz auf weitere Teile des Gemeindegebiets ausgeweitet werden. Dieses Potenzial spiegelt sich ebenfalls in der kommunalen Wärmeplanung Hohenwarts, in welcher Flächen als mögliche Wasserstoffversorgungsgebiete ausgewiesen sind. Hinzu kommt: Künftig wird Hohenwart am deutschen Wasserstoff-Kernnetz liegen – die Voraussetzungen, um aus einem Vorreiterprojekt ein skalierbares Zukunftsmodell über die Region hinaus zu entwickeln, sind also gegeben.

Derzeit wird der Wasserstoff in Hohenwart noch per Lkw zur Anlage transportiert; perspektivisch erfolgt die Erzeugung direkt vor Ort. © ESB

 

// Beitrag 11 // 11. Juni: Wasserstoffprojekt in Hohenwart geht weiter

Aus H2Direkt wird H2Dahoam – lokale Wasserstofferzeugung geplant

Mit H2Direkt hat Hohenwart (Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm) Geschichte geschrieben. Im Herbst 2023 haben Energie Südbayern (ESB) und Energienetze Bayern dort gemeinsam mit Thüga ein bestehendes Ortsnetz mit zehn angeschlossenen Privat- und einem Gewerbekunden auf 100% Wasserstoff umgestellt. Inzwischen ist klar: Die Wasserstoffversorgung geht weiter. Aus H2Direkt wird H2Dahoam.

Aufbau einer lokalen und zukunftsorientierten Wasserstofferzeugung 

Der erste Schritt zum Aufbau einer lokalen Wasserstoffproduktion ist gemacht. Der Marktgemeinderat in Hohenwart steht dem geplanten Vorhaben aufgeschlossen gegenüber und hat einstimmig die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans beschlossen.

Wird der Wasserstoff bislang noch per Trailer geliefert, arbeitet ESB im nächsten Schritt am Aufbau einer grünen Wasserstofferzeugung direkt vor Ort. Nahe der heutigen Einspeiseanlage soll dafür ein Elektrolyseur gebaut werden. Voraussichtlich 2027 kann der erste lokale Wasserstoff eingespeist werden – zunächst für die bereits angeschlossenen Kunden, später ist eine Ausweitung auf weitere Gemeindegebiete denkbar. Mit der eigenen, zuverlässigen Wasserstofferzeugung steht den Bürgerinnen und Bürgern in Hohenwart auch mittel- und langfristig diese Option zum Heizen zur Verfügung.

Für die Elektrolyse wird perspektivisch eigener PV-Strom genutzt. H2Dahoam verbindet damit die Erzeugung von regionalem, regenerativen Strom mit der Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien und dem Einsatz der sauberen Energie ohne lange Transportwege.  

Marcus Böske, Sprecher der Geschäftsführung bei ESB, freut sich auf die nächste Projektphase: „Mit H2Direkt zeigen wir im Realbetrieb die Eignung bestehender Gasverteilnetze für Wasserstoff. Doch darauf ruhen wir uns nicht aus. Mit H2Dahoam bringen wir die Wasserstofferzeugung nach Hohenwart.“

Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Aiwanger freut sich, dass das Pilotprojekt so erfolgreich war und nun mit H2Dahoam weitergeführt wird. „Die Technologieoffenheit hat sich hier ganz klar bewährt, mit 100 Prozent Wasserstoff zu heizen funktioniert. Dass der Wasserstoff in Zukunft direkt vor Ort in Hohenwart hergestellt werden soll, ist der logische nächste Schritt. Mit Wasserstoff kann man Erdgasnetze dekarbonisieren ohne die Gebäude umbauen oder isolieren zu müssen. Das kann besonders im Altbau ein großer Vorteil zur Wärmepumpe sein. Wenn Wasserstoff preisgünstig genug zur Verfügung steht, kann der Einsatz in größerem Stil erfolgen“, so Aiwanger.

Wasserstoffspeicher sichert zuverlässige Energieversorgung

Neben dem Elektrolyseur sieht der Projektplan einen Wasserstoffspeicher vor. Der Vorteil: Wird bei Sonnenschein überschüssiger Wasserstoff aus Solarstrom gewonnen, kann er problemlos eingespeichert werden. Er steht dann zur Verfügung, wenn gerade wenig produziert wird. Allein aus dem Speicher ist die Versorgung der angeschlossenen Kunden mit Wasserstoff über mehrere Wochen möglich.

 

 

H2 Direkt

// Beitrag 10 // 12. März 2025: H2Direkt gewinnt VKU-Innovationspreis 2025

Das Wasserstoff-Leuchtturmprojekt von Energie Südbayern, Energienetze Bayern und Thüga siegt beim VKU-Innovationspreis 2025 in der Kategorie „Kommunale Energiewirtschaft“. 

v.l.: Stefan Wenzel (Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz), Marcus Böske (Energie Südbayern), Simon Batdorf (Thüga), Dr. Matthias Cord (Thüga), Dr. Elke Wanke (Energienetze Bayern), Reinhard Wendl (Energie Südbayern), Dr. Ulf Kämpfer (VKU), Ingbert Liebing (VKU) Foto: © VKU/Bildschön/Trenkel

Die Erfolgsgeschichte des bundesweit viel beachteten Wasserstoff-Projekts H2Direkt geht in die nächste Runde: Eine Jury des Verbands kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) wählte H2Direkt auf Platz 1 in der Kategorie „Kommunale Energiewirtschaft“. Überreicht wurde der Preis im Rahmen der VKU-Verbandstagung am 11. März 2025 in Berlin.

 

VKU-Präsident und Jury-Vorsitzender Dr. Ulf Kämpfer: "Wir sind stolz darauf, den VKU-Innovationspreis an herausragende Projekte wie H2Direkt zu verleihen. Diese Initiative zeigt eindrucksvoll, wie Kreativität und Innovation die Daseinsvorsorge nachhaltig verbessern können. H2Direkt setzt Maßstäbe in der Energiewende durch die Umstellung eines bestehenden Ortsnetzes auf 100 Prozent Wasserstoff. Herzlichen Glückwunsch – und machen Sie weiter so."

Zum Siegerprojekt: Im Herbst 2023 haben die Projektpartner Energie Südbayern, Energienetze Bayern und Thüga im bayrischen Hohenwart (Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm) deutschlandweit erstmals ein bestehendes Ortsnetz mit angeschlossenen Privatkunden auf 100% Wasserstoff umgestellt. Seitdem werden zehn Haushalte sowie ein Gewerbekunde über das umgewidmete Netz mit H2 versorgt – bislang einzigartig in ganz Deutschland. H2Direkt wird als Teil des Leitprojekts TransHyDE mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. TransHyDE bewertet und testet Wasserstoff-Transportlösungen.

Marcus Böske, Sprecher der Geschäftsführung bei Energie Südbayern: „Als regionaler Energieversorger tragen wir Verantwortung für eine sichere und zukunftsfähige Energieversorgung. Genau deshalb gestalten wir aktiv die lokale Energiewende. Für uns heißt das, nachhaltige Ideen und Konzepte auch wirklich umzusetzen. Mit H2Direkt zeigen wir im Realbetrieb die Eignung bestehender Gasverteilnetze für Wasserstoff. So kann zukünftig eine regionale und klimaschonende Energieversorgung aussehen. Über den ersten Platz beim VKU-Innovationspreis freuen wir uns sehr, denn es ist eine Wertschätzung für das große Team hinter H2Direkt, das mit Engagement, Expertise und der Freude an Innovation diesen Erfolg erst möglich gemacht hat.“

Die Umsetzung des Projekts: Für die Umsetzung wurde vor Ort eine Wasserstoff-Bereitstellungs- und Einspeiseanlage errichtet. In den Häusern ersetzen hochmoderne H2-Brennwertgeräte von Vaillant die ursprünglichen Heizkessel. Besonders erfreulich: Alle Bauteile im bestehenden Netz und in den Heizungsräumen wurden auf ihre H2-Tauglichkeit überprüft und die Tauglichkeit von Sachverständigen bestätigt. Lediglich die Therme und der Gaszähler mussten jeweils ausgetauscht werden. In Deutschland sind über 500.000 Kilometer Gasleitungen verlegt, zahlreiche Gewerbe- und Industriebetriebe sind an das Gasnetz angeschlossen, dazu kommen rund 50% der deutschen Haushalte. Wird diese Infrastruktur auf grüne Gase umgestellt, kann sie einen entscheidenden Beitrag zur klimaneutralen Energieversorgung leisten, und zwar einhergehend mit möglichst wenigen zusätzlichen Investitionen.

Glücklich über den 1. Platz ist auch Dr. Matthias Cord, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands bei Thüga: „Die Anerkennung für unser wegweisendes Wasserstoffprojekt H2Direkt freut uns sehr. Im bayrischen Hohenwart zeigen wir, was lokal möglich ist, wenn Energieversorger, Bürgerinnen und Bürger sowie regionale Institutionen und Behörden Hand in Hand voranschreiten. Wir brauchen solche innovativen Keimzellen, um Wege zu einer nachhaltigen Energieversorgung aufzuzeigen. Für die Thüga-Gruppe ist dieses Leuchtturmprojekt wichtig. Denn es zeigt nicht nur die grundsätzliche Machbarkeit, sondern mündet auch in einen konkreten Umstellungsleitfaden, von dem unsere rund 100 Partnerunternehmen unmittelbar profitieren können.“

Michael Schneider, Geschäftsführer bei Energienetze Bayern: „H2Direkt zeigt im kleinen Maßstab, aber in der Praxis und mit Erfolg, wie die Umstellung der heutigen Erdgasversorgung auf die Versorgung mit Wasserstoff erfolgen kann. Schon jetzt kann man sagen: der Betrieb des Netzes mit Wasserstoff funktioniert an vielen Stellen so wie der mit Erdgas. Die Erkenntnisse aus H2Direkt lassen sich auf andere Netzbereiche übertragen, etwa zur Versorgung von Kundengruppen aus Industrie und Gewerbe. Wichtig sind sie auch für die generelle Transformation der Netze, ausgehend vom geplanten Kernnetz. Bei Energienetze Bayern arbeiten wir bereits daran, den Wasserstoff in die Fläche zu bekommen.“  

 

Wasserstoffversorgung wird fortgesetzt

Die Erfolgsgeschichte in Hohenwart geht weiter: Aufgrund der sehr positiven Rückmeldungen wird bereits am Nachfolgeprojekt H2Dahoam gearbeitet. Das heißt, im Anschluss an den ursprünglichen Projektzeitraum von 18 Monaten bleibt die Wasserstoffversorgung für die teilnehmenden Kunden vorerst weiter bestehen. Unter anderem werden dafür auch Konzepte zur Errichtung einer Wasserstoff-Erzeugung vor Ort geprüft. 

 

// Beitrag 9 // 14. November 2024: H2Direkt beim Innovationspreis Neue Gase

Über 100 Projekte haben sich um den Innovationspreis Neue Gase beworben. Unser Wasserstoff-Pilotprojekt im bayerischen Hohenwart schaffte es in der Kategorie Transport & Infrastruktur unter die letzten drei Nominierten.

Präsentation des Projekts H2Direkt

Kurzvorstellung H2Direkt bei der Preisverleihung des Innovationspreis Neue Gase, Foto: Claudius Pflug

Zwei Personen halten eine Urkunde des Innovationspreises Neue Gase in der Hand.

Für H2Direkt haben Energie Südbayern, Energienetze Bayern und Thüga im September 2023 ein bestehendes Erdgasnetz mit elf Kunden auf 100 Prozent Wasserstoff umgestellt. Neben einem Gewerbekunden heizen seitdem zehn Haushalte mit grünem Wasserstoff – bisher ein Novum in Deutschland. H2Direkt zeigt im kleinen Maßstab, aber in der Praxis und mit Erfolg, wie die Umstellung der heutigen fossilen Gasversorgung auf eine H2-Versorgung aus erneuerbaren Energien erfolgen kann. Und das prinzipiell für alle Kundengruppen aus Haushalt, Gewerbe und Industrie.

Der zukunftsweisende Charakter des Projektes wurde nun erneut bestätigt: Beim Innovationspreis Neue Gase, einem Gemeinschaftsprojekt von BDEW, DVGW und Zukunft Gas, kam H2Direkt unter die letzten drei Nominierten in der Kategorie Transport & Infrastruktur. Die Projektleitung nahm die Urkunde am 13. November 2024 bei der Preisverleihung in Berlin entgegen.

Für Dr. Elke Wanke, Projektleiterin H2Direkt bei der ESB-Gruppe, ist das ein tolles Signal: „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir beim Innovationspreis Neue Gase so weit gekommen sind. Das bestärkt uns darin, dass wir beim Thema Transformation den richtigen Weg eingeschlagen haben und motiviert uns, auch künftig mit Kreativität und Entschlossenheit nachhaltige Lösungen für eine zukunftsfähige Energieversorgung zu entwickeln.“

 

// Beitrag 8 // 18. Juni 2024: ZfK-NachhaltigkeitsAWARD 2024 – H2Direkt gewinnt Silber

Das Wasserstoff-Leuchtturmprojekt von Energie Südbayern, Energienetze Bayern und Thüga gewinnt Silber beim ZfK-NachhaltigkeitsAWARD 2024 in der Kategorie „Energie“.  

Die Erfolgsgeschichte des bundesweit viel beachteten Wasserstoff-Projekts H2Direkt geht in die nächste Runde: Eine Redaktions-Jury der ZfK wählte H2Direkt auf Platz 2 in der Kategorie „Energie“. Überreicht wurde der Award bei der ZfK-Nachhaltigkeitskonferenz am 17. Juni 2024 in Berlin.

Über den Award in Silber freuen sich (vlnr): Béatrice Angleys, Innovationsmanagerin, Dr. Christoph Ullmer, Leiter Kompetenzcenter Innovation (beide Thüga), Marcus Böske, Sprecher der Geschäftsführung Energie Südbayern, Dr. Elke Wanke, Projektleiterin von H2Direkt bei der ESB-Gruppe, Jürgen Haindl, Bürgermeister Markt Hohenwart

Constantin H. Alsheimer, Vorsitzender des Vorstandes der Thüga: „Die Anerkennung für unser gemeinsames Wasserstoffprojekt H2Direkt freut uns sehr. Wir haben damit konkret zeigen können, dass die Umstellung von Gasnetzen auf Wasserstoff technisch machbar, unkompliziert und kostengünstig ist. Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, muss die Energieversorgung auch in Zukunft sicher und bezahlbar bleiben. Dies wird nur gelingen, wenn neben Elektronen auch grüne Moleküle zum Einsatz kommen. Mit den bestehenden Gasnetzen der regionalen Energieversorgungsunternehmen existiert bereits eine leistungsfähige Transport- und Verteilinfrastruktur. Sie kann als integraler Bestandteil einer europäischen Wasserstoffinfrastruktur genutzt werden. Man sollte sie nicht leichtfertig zur Disposition stellen. “  

Dr. Elke Wanke, Projektleiterin von H2Direkt bei der ESB-Gruppe: „Als Energieversorger und Netzbetreiber ist es uns sehr wichtig, die Energiewende aktiv mitzugestalten. Das bedeutet, Ideen und Konzepte nicht nur niederzuschreiben, sondern auch wirklich in die Umsetzung zu bringen. Wir freuen uns riesig über die Auszeichnung, denn sie ist eine große Wertschätzung für unser interdisziplinäres Team, das den Erfolg des Projekts erst möglich gemacht hat.“

Kerninhalt des Projekts: die Umstellung eines bestehenden Erdgasnetzes auf 100 Prozent Wasserstoff. Seit Ende September 2023 heizen zehn Privathaushalte und ein Gewerbekunde im bayerischen Hohenwart erfolgreich mit Wasserstoff. Ein Novum in Deutschland, denn bisher hat noch kein deutscher Netzbetreiber ein Bestandsnetz mit angeschlossenen Haushalten auf reinen Wasserstoff umgestellt.

Glücklich über den 2. Platz ist auch der Projektleiter von H2Direkt bei der Thüga, Niklas Zigelli: „Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Wir werden den Rückenwind mit ins Projekt nehmen, denn ein Ziel ist es auch, die Ergebnisse von H2Direkt auf andere Netze und Netzbereiche zu übertragen, etwa zur Versorgung von Kunden aus Industrie und Gewerbe.“

H2Direkt demonstriert die zukunftsfähige Nutzung bestehender Gasnetze. Mit Blick auf die Versorgung einer Vielzahl von Industriekunden sowie Millionen Privat- und Gewerbekunden, die derzeit am Gasverteilnetz angeschlossen sind, kann das Projekt eine Blaupause für eine zukunftsfähige Energieversorgung in ganz Deutschland schaffen. Mehr zu H2Direkt in diesem Video.

Über den Award:

Mit dem ZfK-NachhaltigkeitsAWARD, der bereits zum fünften Mal vergeben wurde, will die Zeitung die Anstrengungen kommunaler Unternehmen für den Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz herausstellen. Verliehen wurden AWARDs in den Kategorien „Energie“, „Entsorgung“, „Mobilität“, „Wasser/Abwasser“ und Digitalisierung. 

 

// Beitrag 7 // 16. Mai 2024: Läuft! Seit sieben Monaten 100 Prozent Wasserstoff im Gasnetz

Der Wintertest ist bestanden: Die erste Heizperiode mit einem auf 100 Prozent Wasserstoff umgestellten Bestandsgasnetz verlief reibungslos. Die Projektpartner und Kunden ziehen eine positive Zwischenbilanz.

Seit Ende September 2023 heizen zehn Haushalte und ein Gewerbekunde im bayerischen Hohenwart mit Wasserstoff. Sie erhalten den Wasserstoff über ein zuvor mit Erdgas betriebenes Gasverteilnetz, das im Rahmen des Pilotprojekts H2Direkt auf 100 Prozent H2 umgestellt wurde - ein Novum in Deutschland. Der Wintertest war ein voller Erfolg: Zum Ende der Heizperiode ziehen die drei Projektpartner ein positives Fazit. „Die Umstellung hat reibungslos funktioniert. Selbst bei Temperaturen bis minus 15 Grad war auf die gesamte Wasserstoffinfrastruktur und die neuen Heizungen Verlass. Im Fokus des Projekts steht die Wasserstofftauglichkeit der bestehenden Infrastruktur, im Netz und in den Kellern. Sie zeigte im laufenden Betrieb keinerlei Schwierigkeiten“, sagt Michael Schneider, Geschäftsführer der Energienetze Bayern GmbH & Co. KG. 

Auf Temperatur mit Wasserstoff: Eine der neuen 100%-H2-Brennwertthermen geht in Hohenwart Betrieb, Foto: Jost Listemann für Zukunft Gas

 

Alle Lösungen nutzen 
„In Hohenwart setzen wir konkret in die Praxis um, wofür wir seit längerem plädieren: Wo es sinnvoll ist, Verteilnetze mit erneuerbaren Gasen wie Wasserstoff zu betreiben. Es funktioniert, die Gasnetze sind dafür geeignet. Jetzt gilt es, zügig einen Rahmen zu setzen, welcher die richtigen Weichenstellungen für die anstehende Transformation der Gasverteilnetze auf klimaneutrale Gase ermöglicht”, ergänzt Dr. Christoph Ullmer, Leiter Kompetenzcenter Innovation bei Thüga. „Um die Energieversorgung perspektivisch klimaneutral zu stellen, müssen wir technologieoffen denken und alle Lösungen nutzen, also Elektronen und Moleküle. Die Transformation der Gasnetze bietet hier eine wichtige, rasch umsetzbare Option.“ H2Direkt wird als Teil des Leitprojekts TransHyDE mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. TransHyDE bewertet und testet Wasserstoff-Transportlösungen. 

Ergebnisse sind auf andere Netzbereiche übertragbar 
„Wir sind mit dem Verlauf des Projekts sehr zufrieden, es gab keine nennenswerten Anlaufschwierigkeiten“, bilanziert Mathias Stierstorfer, Regionalleiter Nord bei Energienetze Bayern und Zuständiger für den Bereich Netz und Kundenkommunikation bei H2Direkt. „Unsere Betriebsmannschaft hat H2Direkt von Tag eins an nahtlos in ihre Abläufe integriert und auch die übergeordneten Abstimmungen bezüglich Nachjustierungen an einzelnen Anlagen übernommen, wie z.B. das Anpassen von Parametern oder das bei Neuinstallationen übliche Entlüften von Heizkörpern.“ Grundsätzlich unterscheidet sich der Betrieb des Netzes mit Wasserstoff kaum von dem Betrieb mit Erdgas, auch das bewährte Odoriermittel THT ist das gleiche. Die Kapazität des Verteilnetzes ist für Wasserstoff mit seiner erhöhten Durchflussgeschwindigkeit geeignet. Niklas Zigelli, Projektleiter H2Direkt bei Thüga: „Die Ergebnisse von H2Direkt lassen sich auf andere Netzbereiche übertragen, etwa zur Versorgung von Kundengruppen aus Industrie und Gewerbe. Wichtig sind sie auch für die generelle Transformation der Netze, ausgehend vom Kernnetz.“ 

 

// Beitrag 6 // 16. Januar 2024: H2Direkt im Rennen um den ZfK-Nachhaltigkeitspreis – Ihre Stimme zählt!

Wir haben uns mit H2Direkt um den ZfK-NachhaltigkeitsAWARD beworben. Mit unserem innovativen Projekt sind wir bis in die letzte Runde der Kategorie „Energie“ gekommen. Für die finale Entscheidung zählt auch Ihre Stimme! Zeigen wir gemeinsam, wie groß das Interesse an H2Direkt ist.

Ab sofort ist die öffentliche Abstimmung freigeschaltet. Die Stimmabgabe ist möglich bis zum 28. Januar 2024 und erfolgt online über die Website der ZfK: ZfK-NachhaltigkeitsAWARD 2023: Zeitung für kommunale Wirtschaft. Nach Klick auf die Seite ganz nach unten scrollen bis zum Online-Voting, unser Projekt „H2Direkt: 100 Prozent Wasserstoff in einem bestehenden Gasverteilnetz“ auswählen, ABSTIMMEN, fertig!

Über Ihre Beteiligung an der Abstimmung würden wir uns sehr freuen! 

Interessiert an weiteren Informationen zu H2Direkt? Schauen Sie doch einmal auf der Homepage von Zukunft Gas vorbei - zur Veranschaulichung unseres Projekts wurde vor Ort in Hohenwart ein Film gedreht: https://gasneudenken.de/wasserstoff-im-netz/.

Drohnenaufnahme Hohenwart, Blick auf Wohngebiet und Einspeiseanlage, Foto: Jost Listemann für Zukunft Gas

// Beitrag 5 // 15. November 2023: Wasserstoff auf der Überholspur

Elf Wasserstoff-Pioniere in Hohenwart (Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm) heizen nun mit reinem Wasserstoff. Dafür wurde ein bestehender Abschnitt des Erdgasnetzes abgetrennt und in diesem Bereich mit 100% H2 beaufschlagt. Eine „Blaupause für die Energiewende in ganz Deutschland“ nannte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger das Wasserstoff-Projekt. Er kam zum offiziellen Startschuss der Wasserstoff-Einspeiseanlage im September nach Hohenwart. Aiwanger weiter: „Wenn das für zehn angeschlossene Kunden funktioniert, dann geht es auch für 1.000, dann geht es auch für 100.000.“ 

Größere bauliche Maßnahmen im Bereich des Netzes waren für die Umstellung nach eingehender Prüfung nicht nötig. Keine der Netzkomponenten musste getauscht werden. In den Häusern wurden im Wesentlichen nur die Heizkessel gegen hochmoderne H2-Brennwertgeräte, mit neuer, zugehöriger Abgasanlage des Kooperationspartners Vaillant ersetzt. „Eine Umstellung sei zu geringen Kosten und für die Hausbesitzer unkompliziert möglich“, so Marcus Böske, Sprecher der Geschäftsführung bei ESB.

Mansmann: „Danke, dass Sie hier mutig vorangehen“

Mit der gelungenen Inbetriebnahme inzwischen aller Komponenten des H2Direkt-Projekts zeigt sich Böske höchst zufrieden: „Wasserstoff ist ein Schlüsselelement der Energiewende. Durch unsere Projektidee gilt das in Hohenwart ab heute auch für den Wärmebereich.“

Böske bringt das Ziel des Projekts auf den Punkt: „Wir wollen zeigen, dass der Einsatz von regenerativem Wasserstoff in der bestehenden Infrastruktur funktioniert, auch auf Verteilnetzebene und dort künftig auch für alle heute angeschlossenen Kundengruppen – Haushalte, Gewerbe und Industrie.“ Ein echter „Clou“ – so sieht das der Innovationsbeauftragte für Grünen Wasserstoff im Bundesbildungsministerium, Till Mansmann, der sich per Videobotschaft meldete. Die Erkenntnisse aus dem Vorhaben in Hohenwart bilden, so Mansmann, die Grundlage für eine Umstellung der Netze. „Danke, dass Sie hier mutig vorangehen.“ Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs (DVGW), betonte: “H2Direkt wird als Leuchtturmprojekt bundesweite Strahlkraft entwickeln. Dieses Projekt, wie alle Bestrebungen zur Wasserstoffversorgung, ist ein Projekt für die Bürger. Gezeigt werden innovative Optionen zum sozialverträglichen Heizen.“

Die Zukunft des Heizens und auch der Energiewende für große Teile der Industrie und Gewerbe entscheidet sich vor Ort

Nun geht es darum, die Erkenntnisse von H2Direkt weiter zu verbreiten und das Pilotprojekt in ein Standardprojekt zu überführen. Linke betonte: "Die Frage, wie Deutschland in Zukunft heizen wird, wird konkret vor Ort und nicht in Berlin entschieden.” Das sieht auch Dr. Christoph Ullmer so: "Die kommunalen Energieversorger der Thüga-Gruppe zeigen mit greifbaren Innovationsprojekten wie H2Direkt, wie die Energie- und Wärmewende vor Ort umgesetzt wird.

 

// Beitrag 4 // 14. September 2023: Feierliche Inbetriebnahme der H2-Einspeiseanlage

Der Startschuss ist gefallen: Am 14. September 2023 wurde im innovativen Wasserstoffprojekt H2Direkt in Hohenwart (Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm) die Einspeiseanlage in Betrieb genommen. Ab der kommenden Heizperiode werden von dort aus zehn Kunden über ein umgewidmetes, bestehendes Gasnetz mit 100% Wasserstoff versorgt.

Bei der Feier zur Inbetriebnahme der Wasserstoff-Einspeiseanlage sagte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: "Die Umstellung eines Erdgasnetzes auf 100% Wasserstoff ist mit geringen technischen Umrüstungen machbar und der Betrieb ist sicher. Das wollen wir mit H2Direkt in Hohenwart beweisen. Mit diesem deutschlandweit einzigartigen Projekt schaffen wir eine Blaupause für eine klimafreundliche Energieversorgung." 

ESB, Energienetze Bayern und Thüga boten zur feierlichen Inbetriebnahme der Wasserstoff-Einspeiseanlage ein buntes Rahmenprogramm rund um die Bedeutung von Wasserstoff für die zukünftige Energieversorgung. Unter den Gästen war auch Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW). Linke ist überzeugt: “H2Direkt wird als Leuchtturmprojekt bundesweite Strahlkraft entwickeln. Dieses Projekt, wie alle Bestrebungen zur Wasserstoffversorgung, ist ein Projekt für die Bürger. Gezeigt werden innovative Optionen zum sozialverträglichen Heizen.“ Auch der technische Aspekt ist dem Verbandvorsitzenden ein großes Anliegen: „Wir werden sehen, dass die Betriebssicherheit eines von Erdgas auf Wasserstoff umgestellten Verteilnetzes gegeben ist.“

Marcus Böske, Sprecher der Geschäftsführung bei ESB, zeigt sich zur gelungenen Inbetriebnahme der Wasserstoff-Einspeisung höchst zufrieden: „Wasserstoff ist ein Schlüsselelement der Energiewende. Durch unsere Projektidee gilt das in Hohenwart ab heute auch für den Wärmebereich. 100% erneuerbarer Wasserstoff im ehemaligen Gasnetz: H2Direkt zeigt, wie klimaschonende Wärmeversorgung in Zukunft aussehen kann.“

Von links: Prof. Dr. Gerald Linke, DVGW; Manuel Gaßner, Energienetze Bayern; Marcus Böske, ESB; Dr. Elke Wanke, Energienetze Bayern; Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger; Michael Schneider, Energienetze Bayern; Jürgen Haindl, Bürgermeister Hohenwart; Dr. Christoph Ullmer, Thüga), Foto: Ilona Stelzl für ESB

 

// Beitrag 3 // 7. Juli 2023: Baubeginn H2-Einspeiseanlage

Es geht voran mit unserem innovativen Wasserstoffprojekt H2Direkt in Hohenwart. Nachdem in den vergangenen Wochen und Monaten die Vorbereitungen getroffen wurden, rücken nun die Bagger an – in Kürze starten die Tiefbauarbeiten für den künftigen Standort der H2-Einspeiseanlage.

Auf dem Gelände wird die Zufahrt für die Wasserstoff-Trailer vorbereitet. Außerdem wird der Platz gepflastert, auf dem dann die Wasserstoff-Tanks und die Einspeiseanlage stehen. Die Ausführung dieser Arbeiten übernimmt die Firma HRS Ingenieurs- und Rohrleitungsbau aus Au i.d. Hallertau.

Die H2-Einspeiseanlage selbst wird aktuell von unserem Dienstleister Pfaffinger Anlagenbau & Energietechnik im Werk in Passau gefertigt und im Anschluss an die Tiefbauarbeiten in Hohenwart aufgestellt.

 

// Beitrag 2 // 7. Juni 2023: Werkstattgespräch

Unser innovatives Wasserstoffprojekt stößt überregional auf großes Interesse! Am 17. Mai durften wir zahlreiche Gäste zum Werkstattgespräch rund um H2Direkt in der ESB-Zentrale begrüßen. Im Verlauf der regen Diskussion konnten wir das Thema „Wasserstoff in Gasnetzen“ von vielen Seiten beleuchten und auch unseren politischen Gästen den ein oder anderen Aha-Moment bescheren. Zu Demonstrationszwecken wurde in der ESB-Lobby die 100%-Wasserstofftherme von Vaillant aufgebaut, die in Hohenwart zum Einsatz kommen wird.

Fünf Personen schauen sich eine 100%-Wasserstofftherme in der ESB-Zentrale an

Foto: Marcus Böske, Geschäftsführer der Energie Südbayern, erklärt die 100% H2-Therme von Vaillant. Von links Bürgermeister Jürgen Haindl, Marcus Böske, Johannes Hofner (Vorstand KUS Kommunalunternehmen Strukturentwicklung LK Pfaffenhofen a. d. Ilm), Dr. Elke Wanke (Projektleiterin), Michael Schneider (Geschäftsführer Energienetze Bayern)

 

// Beitrag 1 // 20. April 2023: Das Projekt

Mit dem Pilotprojekt H2Direkt zeigen die drei Partner, dass bestehende Gasverteilnetze mit reinem Wasserstoff betrieben werden können. Dafür stellen die Energienetze Bayern einen Abschnitt ihres Gasnetzes im Markt Hohenwart auf 100% H2 um.

Los geht‘s zur Heizperiode 2023/24: Zehn Haushalte und ein Gewerbekunde heizen dann für ca. 18 Monate mit klimafreundlicher Wärme aus 100% Wasserstoff.

Grafische Darstellung des Projekts H2Direkt.

Kleiner Netzabschnitt – große Wirkung

Für den Feldtest wählte die Energienetze Bayern ein geeignetes Siedlungsgebiet in Hohenwart aus – hier wird ein Teil des bestehenden Erdgasnetzes vom Rest abgetrennt. Die Versorgung mit Wasserstoff erfolgt dann über die bereits vorhandenen Leitungen. Ziel ist die Einspeisung von grünem Wasserstoff, den Lkws mit Trailern anliefern. Vor Ort werden eine Trailerstation mit Druckreduzierung sowie eine Odorieranlage installiert.

In den beteiligten Haushalten werden die Gasthermen gegen hochmoderne H2-Brennwertgeräte ausgetauscht. Alle weiteren Komponenten werden bezüglich ihrer Wasserstofftauglichkeit bewertet und im Zweifel getauscht. Bei ihrem Wärmekomfort bemerken die Teilnehmer durch die Umstellung keinen Unterschied. 

Gemeinde steht hinter dem innovativen Wasserstoff-Projekt

Ein innovatives Pilotprojekt wie H2Direkt kann nur umgesetzt werden, wenn die Gemeinde, die Bürgerinnen und Bürger offen für neue Ansätze sind. Und genau diese Grundvoraussetzung bietet Hohenwart. Der Bürgermeister der Gemeinde stand von Anfang an voll und ganz hinter dem Projekt. Und auch die Anwohnerinnen und Anwohner waren direkt sehr aufgeschlossen, Teil von H2Direkt zu werden und damit einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Geballte H2-Expertise

Für H2Direkt setzen ESB, Energienetze Bayern und Thüga auf die Expertise von namhaften Projektpartnern mit langjähriger Erfahrung: Die Firma Vaillant wird die H2-Brennwertgeräte für die teilnehmenden Haushalte herstellen und einbauen, das Forschungsinstitut DVGW-EBI und die keep it green GmbH unterstützen die Projektumsetzung als wissenschaftlicher bzw. planerischer Dienstleister.

H2Dahoam auf einen Blick

Ziel: langfristige Versorgung der Kunden mit Wasserstoff

Projektpartner: Energie Südbayern und Energienetze Bayern

Schauplatz: Markt Hohenwart (Landkreis Pfaffenhofen a.d. Ilm)

Beteiligte: 10 Haushalte und ein Gewerbekunden

Laufzeit: unbegrenzt

Besonderheit: Deutschlands erstes Wasserstoffnetz mit CE-zertifizierten Wasserstoffthermen im Regelbetrieb und deutschlandweit erste Wasserstoff-Lieferverträge für Privatkunden

 

 

H2Direkt auf einen Blick

Ziel: Versorgung mit 100% Wasserstoff über ein Bestandsnetz

Projektpartner: Energie Südbayern, Energienetze Bayern, Thüga, Vaillant

Schauplatz: Markt Hohenwart (Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm)

Beteiligt: 10 Haushalte und ein Gewerbekunde

Laufzeit: H2-Einspeisung ab Heizperiode 2023/2024 für zunächst 18 Monate

Forschungsrahmen: TransHyDE-Projekt „Sichere Infrastruktur“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung