Beim interaktiven Lerntheater springt die Energie über
Friedhelm Susok betritt eine Bühne und sofort verändert sich die Energie im Raum. Der 65-Jährige beschreibt für sich dann ein Gefühl, „das andere nicht haben“. Seit fast 40 Jahren steht er vor Kindern und Erwachsenen, erklärt, spielt, improvisiert und macht aus Bildung ein Mitmach-Spektakel. Eine Karriere als Kleinkünstler war eigentlich nicht sein Lebensplan, sondern als experimentelles Jahr nach seinem Studium gedacht. „Und aus dem einen Jahr sind 40 geworden“, erzählt er. Seine Shows macht er mittlerweile nicht mehr alleine, sondern mit einem kleinen Team, das schon lange zusammenarbeitet, um Menschen zu unterhalten. Und genau das treibt ihn an: „Menschen wirklich gut zu unterhalten. Ich merke einfach, durch Empathie und Emotion, da passiert etwas, was ich dann aufnehme und wieder zurückgebe.“
Seit über zehn Jahren tourt Susok mit dem ESB Lerntheater durch Grundschulen in Ober- und Niederbayern und vermittelt in den dritten und vierten Klassen Wissen rund um das Thema Energie und Energiesparen. „Die ESB liefert die Energie, wir nehmen sie auf und transformieren sie“, sagt er – in ein interaktives Programm, das den Kindern die komplexe Materie spielerisch näherbringt. Sein Ansatz beginnt nicht bei Steckdosen und Haushaltsgeräten, sondern beim Menschen selbst: beim Herzschlag, beim Atmen, beim Essen, beim Schlafen. Kinder müssten begreifen „alles ist Energie.“ Erst danach führt sein Programm zu Heizkörpern, Thermostaten und Kühlschranktüren.
Wie begeistert er Kinder seit Jahrzehnten? Interaktion ist das Stichwort. Susok selbst erklärt es so: „Dieses Untereinander-sein, dieses Wahrnehmen des Gegenübers“ sei entscheidend. Man könnte bei Susok auch von Authentizität sprechen. Jede Aufführung ist für ihn ein Dialog „zwischen Körper, Seele und Geist. Zwischen denen, die zuschauen, mitmachen und dem, der auf der Bühne steht.“ Speziell aus seiner Arbeit vor und mit Kindern schöpft er selbst viel Energie: Wenn sie ihn lächelnd und mit wissbegierigen Augen ansehen. Und wenn die Kinder mitsingen, mitgehen oder mitbauen, dann weiß er: „es funktioniert.“